Batteriezubehör und was man darüber wissen sollte

Es gab Zeiten, da war die Sache klar und eindeutig. Autobatterien hatten abschraubbare Stopfen. Durch diese Verschlüsse konnte die Batterie „atmen“. Wenn durch den Betrieb der Batterie und warmes Wetter der Säurepegel sank, dann wurde die Batterie mit destilliertem Wasser aufgefüllt. War die Batterie schon etwas älter und verlangte nach eine „Wellnesskur“, dann spendierte man ihr einen Kurzurlaub am Ladegerät und alles war wieder in Ordnung.

Heute tragen fast alle modernen Batterien das Prädikat „wartungsfrei“. Das mag zwar weitgehend stimmen, doch von Zeit zu Zeit sollte man auch ihnen etwas Aufmerksamkeit schenken. Auch eine Batterie modernster Machart darf nicht tiefentladen werden. Passieren kann das aber trotzdem. Es gibt Autos, die das Licht beim Abstellen des Fahrzeugs nicht automatisch abstellen. Irgendwann geht´s dann aber doch aus und dann gibt der Anlasser nur noch ein willen- und lustloses „Klack“ von sich. Da bewegt sich dann nur noch ein Elektromagnet und sonst nichts mehr. Das ist ein Zeichen dafür, dass die Batterie tief entladen wurde und ihre Leistungsfähigkeit fortan nur noch eingeschränkt zur Verfügung steht. Schaden kann der Batterie aber auch ein defekter Lichtmaschinenregler, der die Batterie pausenlos mit Strom überversorgt. Auch das reduziert ihre Lebensdauer und kann sie am Ende durch die „Überladung“ sogar zum Kochen bringen.

Wartungsfreie Batterien erwecken den falschen Eindruck, als wären sie wie aus einem Guss geschaffen. Doch wartungsfreie Autobatterien bekommen diese Bezeichnung nur deswegen, weil bei Ihnen, durch die Bauart bedingt, weit weniger Flüssigkeit verdampfen kann, als bei einer konventionellen Starterbatterie. Die „Wartungsfreien“ brauchen ganz besondere Gerätschaften, um nach einem „Tief“ wieder „fit“ zu werden. Wenn Sie eine dieser wartungsfreien Autobatterien in ihrem Fahrzeug haben, dann dürfen sie nicht dem Irrtum erliegen, mit ihr nun gar nichts mehr zu tun zu haben. Allerdings ist dringend darauf zu achten, dass Sie diese wartungsfreien Energiepakete auf keinen Fall mit einem beliebigen Batterieladegerät aufladen dürfen, und mit einem Schnellladegerät „schon überhaupt nicht“.

Die Bezeichnung „wartungsfrei“ ist also geeignet, missverstanden zu werden. Wenn sie eine „Wellnesskur“ braucht, dann darf sie nur mit einem ganz speziellen Ladegerät verkuppelt werden, das ein langsames Laden ermöglicht. Starterbatterien dieser Art sind möglichst in drei unterschiedlichen Phasen zu laden. Während des Ladevorgangs muss der Entgasungsschlauch von der Batterie weg zeigen, denn es könnten Flüssigkeiten austreten. Entladene Batterien sind übrigens die weitaus häufigste Pannenursache auf den bundesdeutschen Straßen. Wer natürlich täglich nur drei oder vier Kilometer zur Arbeit braucht und sonst nicht fährt, dessen Fahrzeugbatterie wird einfach nicht ausreichend geladen. Im Gegenteil, die Batterie wird auf diese Weise sogar sukzessive entladen.

Die Wartungsfreien sind trotz so vieler anderer baulichen Merkmale definitiv keine Wegwerfartikel. Die Lebensdauer einer wartungsfreien Batterien lässt sich durch regelmäßige Kontrolle und „gelegentliches“ Nachladen ohne Weiteres auf zehn oder zwölf Jahre verlängern. Experten wissen von Exemplaren, die schon mal ihre 20 Jahre erreichten. Überlebenswichtig ist die Überwachung der Batteriespannung , die rund jeden zweiten bis dritten Monat stattfinden sollte. Dafür reicht ein preiswertes Multimeter aus dem Baumarkt durchaus hin. Besser ist allerdings ein digitaler Spannungsanzeiger für den Zigarettenanzünder. Den gibt es für rund 20 Euro im ordentlichen Fachhandel. Zeigt dieser Test unter 12,4 Volt an, ist ein Nachladen mit einem dafür geeigneten Ladegerät angesagt. Das ist dann „bitte“ kein 10-Euro-Billigteil, sondern ein grundsolider Lader mit elektronischer Laderegelung nebst Abschaltautomatik.

Bleibt die Akkuspannung dann womöglich längere Zeit unterhalb der wichtigen Grenze von 12,4 Volt – das kann bei vorübergehend stillgelegten Oldtimern der Fall sein, dann setzt die sogenannte Sulfatierung ein. Das ist ein chemischer Prozess bei dem sich kristallisiertes Bleisulfat an den Batterieplatten absetzt. Bei fortschreitender Sulfatierung sinkt die Ladekapazität der Batterie natürlich immer weiter ab. Am Ende ist die Batterie dann nicht mehr ladefähig. Wer seiner wartungsfreien Batterie was richtig Gutes tun will, der kann ihr zusätzlich einen sogenannten Pulser spendieren. Dafür gehen im Fachhandel schon mal um die 70 Euro über den Ladentisch. Er wird an der Batterie montiert und an deren beide Pole angeschlossen. Durch die gleichmäßigen und hochfrequenten Stromimpulse bilden sich die dort bereits abgelagerten Kristalle wieder zurück und die Batterie erlangt erneut die Ladefähigkeit. Die Ladespannung, die Säuredichte und der Kälteprüfstrom steigen wieder deutlich messbar an. In einigen Fällen lassen sich so auch „Totgesagte“ und angeblich defekte Batterien wieder ins Leben zurückholen …

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